Verfasst von: medienkritik | 5. März 2008

Mapping Cyberspace

Ein wenig an die Geographie Griechenlands erinnernd, zeigt diese “Map of Online-Communities“, MySpace, Wikipedia, SecondLife und andere user-generierte Web 2.0 Phänomene, die derzeit die imaginäre Welt des Internets im wahrsten Sinne des Wortes „bevölkern“. Die gewählte Geographie ist nicht so willkürlich, wie man auf den ersten Blick vielleicht vermuten könnte. Sowohl Lage als auch Größe des Gebiets der jeweiligen Gemeinden sind signifikant. Die Idee ist aus vielerlei Gründen interessant.

online_communities1.png

Je größer die Anzahl der User, desto größer ist der (geschätzte) Umfang des Gebiets auf der Karte. Die Kompass-Insel in der Mitte gibt Aufschluss darüber, wie die jeweilige Lage der Internet Gemeinden auf der imaginären Cyberspace-Map zu interpretieren sind:

* Norden: eher “praktisch” orientierte Communities (Yahoo, AOL etc.)
* Süden: die “Intellektuellen” des Internets (Blogger, Wikis etc.)
* Westen: Communities mit ausgeprägtem „real-life“ Bezug (MySpace etc.)
* Osten: Gemeinden, die sich mit dem Internet an sich beschäftigen (Usenet, IRC etc.)

Dass die Designer dieser Karte ausgerechnet Griechenland als Vorlage für die Cyberspace-Map gewählt haben, ist vielleicht bloßer Zufall, inspiriert jedoch zu einigen interessanten Assoziationen. Immerhin hat vor etwa 2500 Jahren auch im (physisch realen) Griechenland eine „kulturelle“ Revolution stattgefunden, die man schlagwortartig oft mit dem Übergang „vom Mythos zum Logos“ beschrieben hat. Aber nicht nur die Form des Denkens in Philosophie und Wissenschaft änderte sich, sondern eben auch Formen gesellschaftlicher Organisation: als eine neue „Wiege der Demokratie“ könnte man immerhin auch das Web 2.0 beschreiben …

Aus: XKCD – A Webcomic of romance, sarcasm, math and language


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