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	<title>Kommentare zu: Kollektive Identität</title>
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		<title>Von: medienkritik</title>
		<link>http://medienkritik.wordpress.com/2008/02/06/kollektive-identitat/#comment-185</link>
		<dc:creator>medienkritik</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Feb 2008 03:18:09 +0000</pubDate>
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		<description>So hab ichs nicht gemeint. Grassroots bedeutet ja im grunde genommen, das etwas &quot;von unten nach oben&quot; und nicht andersrum in bewegung gesetzt wird. Die CS war damals ja auch inhaltlich vor allem working-class orientiert. Der Begriff Culture bedeuete da vor allem &quot;Alltagskultur&quot;, aber eben nicht die Alltagskultur der Elite, sondern der der unteren sozialen Schichten. Die Biographien sind deshalb ja auch kein Zufall. Ausserdem gehört jermand noch lange nicht zur Elite, nur weil er auf ner Elite-Uni war. Spätestens nach Beendigung deines Studiums wirst du das dann auch merken ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>So hab ichs nicht gemeint. Grassroots bedeutet ja im grunde genommen, das etwas &#8222;von unten nach oben&#8220; und nicht andersrum in bewegung gesetzt wird. Die CS war damals ja auch inhaltlich vor allem working-class orientiert. Der Begriff Culture bedeuete da vor allem &#8222;Alltagskultur&#8220;, aber eben nicht die Alltagskultur der Elite, sondern der der unteren sozialen Schichten. Die Biographien sind deshalb ja auch kein Zufall. Ausserdem gehört jermand noch lange nicht zur Elite, nur weil er auf ner Elite-Uni war. Spätestens nach Beendigung deines Studiums wirst du das dann auch merken ;)</p>
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		<title>Von: bioadapter</title>
		<link>http://medienkritik.wordpress.com/2008/02/06/kollektive-identitat/#comment-184</link>
		<dc:creator>bioadapter</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 18:32:22 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist mir bekannt, wo sie alle herkommen. Jedoch - wer eine bestimmte elitäre Ausbildung durchläuft wird ganz automatisch mit den Werten und Vorstellungen der Eliten kontaminiert. Auch wenn man &quot;dagegen&quot; ist bleibt man ein Teil dieses Kontinuums. In deinem ursprünglichen Kommentar hat es sich so angehört, als hätte jemand mitten im Arbeiterviertel, quasi nach der Schicht die CS erdacht ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mir bekannt, wo sie alle herkommen. Jedoch &#8211; wer eine bestimmte elitäre Ausbildung durchläuft wird ganz automatisch mit den Werten und Vorstellungen der Eliten kontaminiert. Auch wenn man &#8222;dagegen&#8220; ist bleibt man ein Teil dieses Kontinuums. In deinem ursprünglichen Kommentar hat es sich so angehört, als hätte jemand mitten im Arbeiterviertel, quasi nach der Schicht die CS erdacht ;)</p>
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		<title>Von: medienkritik</title>
		<link>http://medienkritik.wordpress.com/2008/02/06/kollektive-identitat/#comment-183</link>
		<dc:creator>medienkritik</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 15:19:27 +0000</pubDate>
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		<description>Falsch! Raymond Williams war Sohn eines Eisenbahnarbeiters, Richard Hoggart kam aus einer Arbeiterfamilie in Leeds und Stuart Hall (der allerwichtigste von allen) ist schwarz und Kind jamaikanischer Einwanderer. Alle drei kamen aus der englischen Unterschicht. Die meisten dieser frühen Cultural Studies Akademiker bekamen in ihrer Jugend Stipendien, weshalb man diese Generation und Bewegung auch &quot;scholarship boys&quot; nannte. Deshalb konnten sie auch in Oxford studieren. Aus der gesellschaftlichen Elite Englands kamen diese Jungs ganz sicher nicht! Nachzulesen auch in: &quot;Die Stunde der Cultural Studies&quot; von Rolf Lindner. Die &quot;Frankfurter Schule&quot; hat die Cultural Studies durchaus beeinflusst, aber musste ja bekannterweise in die USA auswandern. Die 68er Bewegung in Deutschland war jedenfalls eher eine Mittelklasse Veranstaltung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Falsch! Raymond Williams war Sohn eines Eisenbahnarbeiters, Richard Hoggart kam aus einer Arbeiterfamilie in Leeds und Stuart Hall (der allerwichtigste von allen) ist schwarz und Kind jamaikanischer Einwanderer. Alle drei kamen aus der englischen Unterschicht. Die meisten dieser frühen Cultural Studies Akademiker bekamen in ihrer Jugend Stipendien, weshalb man diese Generation und Bewegung auch &#8222;scholarship boys&#8220; nannte. Deshalb konnten sie auch in Oxford studieren. Aus der gesellschaftlichen Elite Englands kamen diese Jungs ganz sicher nicht! Nachzulesen auch in: &#8222;Die Stunde der Cultural Studies&#8220; von Rolf Lindner. Die &#8222;Frankfurter Schule&#8220; hat die Cultural Studies durchaus beeinflusst, aber musste ja bekannterweise in die USA auswandern. Die 68er Bewegung in Deutschland war jedenfalls eher eine Mittelklasse Veranstaltung.</p>
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		<title>Von: bioadapter</title>
		<link>http://medienkritik.wordpress.com/2008/02/06/kollektive-identitat/#comment-182</link>
		<dc:creator>bioadapter</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 14:36:47 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Die CS entstand ja im Grunde genommen in Londoner Schwarzen- und- Arbeiterghettos und ist deshalb eine demokratisch-akademische “grassroots” Bewegung [...]&quot;

Ein fast schon kriminell verkürzender Blick auf die Entstehungsgeschichte der CS. Für eine &quot;grassroots&quot;-Bewegung hatten viel zu viele CS-Größen eine ganz schön elitäre Ausbildung genossen - R. Williams und E.P. Thompson in Cambridge, S. Hall in Oxford, R. Hoggart in Leeds usw. usf. --- und was den &quot;cultural turn&quot; anbetrifft, so gab&#039;s den in Deutschland schon zu Beginn der 30er mit dem Institut für Sozialforschung. Leider hat es die theoriepolitische Situation der Frankfurter später nicht erlaubt, das angedachte Forschungsprogramm umzusetzen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Die CS entstand ja im Grunde genommen in Londoner Schwarzen- und- Arbeiterghettos und ist deshalb eine demokratisch-akademische “grassroots” Bewegung [...]&#8220;</p>
<p>Ein fast schon kriminell verkürzender Blick auf die Entstehungsgeschichte der CS. Für eine &#8222;grassroots&#8220;-Bewegung hatten viel zu viele CS-Größen eine ganz schön elitäre Ausbildung genossen &#8211; R. Williams und E.P. Thompson in Cambridge, S. Hall in Oxford, R. Hoggart in Leeds usw. usf. &#8212; und was den &#8222;cultural turn&#8220; anbetrifft, so gab&#8217;s den in Deutschland schon zu Beginn der 30er mit dem Institut für Sozialforschung. Leider hat es die theoriepolitische Situation der Frankfurter später nicht erlaubt, das angedachte Forschungsprogramm umzusetzen&#8230;</p>
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		<title>Von: medienkritik</title>
		<link>http://medienkritik.wordpress.com/2008/02/06/kollektive-identitat/#comment-181</link>
		<dc:creator>medienkritik</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 11:01:25 +0000</pubDate>
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		<description>Keine Sorge...ich kenne die CS auch aus unmittelbarer Nähe und empfinde vieles davon auch als &quot;Gewäsch&quot;. Andererseits gibt es aber eben auch herausragende Autoren und Akademiker in diesem Fach (so wie in allen anderen Fächern auch!) - gerade auch und insbesondere in den Postcolonial Studies (z.B. Edward Said). Die CS entstand ja im Grunde genommen in Londoner Schwarzen- und- Arbeiterghettos und ist deshalb eine demokratisch-akademische &quot;grassroots&quot; Bewegung, die seit den 60ern alle anderen &quot;Geisteswissenschaften&quot; fast schon aufgesaugt hat. Jedenfalls ist dieser &quot;Cultural Turn&quot; in den Universitäten bitter nötig gewesen. Umso trauriger dass es ihn in Deutschland nur schleppend und verzögert gab. Was sich daraus in Zukunft ergibt bleibt jedoch abzuwarten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Sorge&#8230;ich kenne die CS auch aus unmittelbarer Nähe und empfinde vieles davon auch als &#8222;Gewäsch&#8220;. Andererseits gibt es aber eben auch herausragende Autoren und Akademiker in diesem Fach (so wie in allen anderen Fächern auch!) &#8211; gerade auch und insbesondere in den Postcolonial Studies (z.B. Edward Said). Die CS entstand ja im Grunde genommen in Londoner Schwarzen- und- Arbeiterghettos und ist deshalb eine demokratisch-akademische &#8222;grassroots&#8220; Bewegung, die seit den 60ern alle anderen &#8222;Geisteswissenschaften&#8220; fast schon aufgesaugt hat. Jedenfalls ist dieser &#8222;Cultural Turn&#8220; in den Universitäten bitter nötig gewesen. Umso trauriger dass es ihn in Deutschland nur schleppend und verzögert gab. Was sich daraus in Zukunft ergibt bleibt jedoch abzuwarten.</p>
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		<title>Von: bioadapter</title>
		<link>http://medienkritik.wordpress.com/2008/02/06/kollektive-identitat/#comment-180</link>
		<dc:creator>bioadapter</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 10:45:21 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Vor allem die anglo-amerikanisch dominierten „Cultural Studies“ widmen sich ausgiebig diesem Thema. Leider haben die Kulturwissenschaften in Deutschland nicht mal im Ansatz denselben Stellenwert wie sie es in den USA und anderswo haben und deshalb klingen in Deutschland Diskurse über „nationale Identität“ oft recht altmodisch.&quot;

Randbemerkung: es ist leicht, die CS zu idealisieren, wenn man sie aus der Ferne betrachtet, ist mir auch passiert. Wenn man in einem CS-Studiengang steckt, wie ich gerade, merkt man sehr schnell, dass CS gerade durch ihre angebliche &quot;Offenheit&quot; sehr lästig sein können. Man diskutiert gut und gerne über vages und offenbar von der Empirie absolut losgelöstes Gewäsch. Die Fixierung auf die klassischen Regionalschwerpunkte der CS- bzw. postcol-Studies tut ihr übriges.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Vor allem die anglo-amerikanisch dominierten „Cultural Studies“ widmen sich ausgiebig diesem Thema. Leider haben die Kulturwissenschaften in Deutschland nicht mal im Ansatz denselben Stellenwert wie sie es in den USA und anderswo haben und deshalb klingen in Deutschland Diskurse über „nationale Identität“ oft recht altmodisch.&#8220;</p>
<p>Randbemerkung: es ist leicht, die CS zu idealisieren, wenn man sie aus der Ferne betrachtet, ist mir auch passiert. Wenn man in einem CS-Studiengang steckt, wie ich gerade, merkt man sehr schnell, dass CS gerade durch ihre angebliche &#8222;Offenheit&#8220; sehr lästig sein können. Man diskutiert gut und gerne über vages und offenbar von der Empirie absolut losgelöstes Gewäsch. Die Fixierung auf die klassischen Regionalschwerpunkte der CS- bzw. postcol-Studies tut ihr übriges.</p>
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