Verfasst von: medienkritik | 28. Januar 2008

Liberty! The American Revolution (Doku)

Wer eine ausgewogene und detailreiche Einführung in die sozio-historischen, politischen und wirtschaftlichen Gründe für die Abspaltung der amerikanischen Kolonien vom Mutterland Großbritannien im 18. Jahrhundert sehen möchte, dem ist die 6-stündige Dokumentation „Liberty! The American Revolution“ (PBS) sehr zu empfehlen. Von der Einführung des „Stamp Act“ (1765) bis hin zur Ausformulierung der US-amerikanischen Verfassung und der „Bill of Rights“ (1785), erzählt diese TV-Miniserie ausführlich über die Hintergründe des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs .


Was diese Doku auszeichnet ist, dass neben den typischen Interviews mit diversen Historikern, Schauspieler auftreten, die aus original Dokumenten, Briefen und Tagebüchern der Zeit lesen. Der bekannteste unter ihnen: Oscar Preisträger Philip Seymour Hoffman, der aus einem Tagebuch eines amerikanischen Soldaten liest.

INHALT

EPISODE 1: „The Reluctant Revolutionaries“ 1763-1774
1763 heisst die Hauptstadt von Amerika London. Der wohlhabende Plantagenbesitzer George Washington betreibt Lobbyarbeit für einen Posten in der britischen Armee, und niemand denkt an „Tea Party“ wenn man „Boston Harbor“ sagt. Innerhalb eines Jahrzehnts jedoch sind die Kolonien am Rande einer Rebellion gegen das allmächtige britische Imperium. Der Hauptgrund: Steuern …

EPISODE 2: „Blows Must Decide“ 1774-1776
Immer noch ist es für die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung (etwa 2,5 Millionen Kolonisten) schwer vorstellbar, sich vom Mutterland England abzuspalten, sogar nach den ersten kleineren Scharmützeln zwischen Rebellen und der britischen Armee bei Lexington und Concord. Doch dann erscheint ein bahnbrechendes Pamphlet eines völlig unbekannten Journalisten: „Common Sense“ von Thomas Paine. Es erreicht eine Auflage von 120.000 Exemplaren in drei Monaten. Paine befürwortet die Unabhängigkeit und argumentiert, dass es das natürliche Recht jedes Menschen sei, sich selbst zu regieren. Kurz darauf erscheint auch die von Thomas Jefferson formulierte und durch Paine beeinflusste Declaration of Independence, in der Paines Idee als „selbstverständliche“ Wahrheit bezeichnet wird. Ab jetzt gibt es für die die Amerikaner kein zurück mehr. Es wird einen Krieg mit England geben.

EPISODE 3: „The Times That Try Men’s Souls“ 1776-1777
Einige Tage nachdem die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet ist, erreicht eine riesige britische Flotte den New Yorker Hafen. General Washington und seine Truppen werden nach New Jersey zurückgetrieben. Eilig Freiwillige rekrutierend, führt der verzweifelte Washington seine Armee in einer Nacht und Nebel Aktion über den Delaware River am Weihnachtstag des Jahres 1776, um einen Überraschungsangriff auf einen schlafende Garnison in Trenton auszuführen. Der erste Sieg der Rebellen, nach einer Serie demütigender Niederlagen gegen die übermächtige britische Armee.

EPISODE 4: „Oh Fatal Ambition“ 1777-1778
Die „vereinigten“ Staaten sind zunehmend abhängig von finanzieller und militärischer Unterstützung, um den Krieg fortsetzen zu können. Deshalb sendet der in Philadelphia 1774 neu gegründete Kongress Benjamin Franklin als Unterhändler zu Englands Erzfeind Frankreich, in der Hoffnung eine Allianz mit dem französischen König auszuhandeln. Inzwischen marschiert eine britische Armee aus Kanada den Hudson River entlang nach New York, um New England von den südlichen Kolonien abzuschneiden. Diese Armee wird jedoch durch die Amerikaner in Saratoga geschlagen. Nach dem Triumph in Saratoga, schlagen sich die Franzosen auf die Seite der Amerikaner.

EPISODE 5: „The World Turned Upside Down“ 1778-1783
Die Briten hoffen, die Frage der Sklaverei zur Mobilisierung der königstreuen „loyalists“ in den südlichen Kolonien auszunutzen. Sie scheitern. Nach einer Reihe von brutalen Schlachten, marschiert die britische Armee in Richtung Virginia. Dort wird sie jedoch überraschenderweise durch Washington’s Truppen und einer französischen Flotte bei Yorktown vernichtend geschlagen. Das Ende des Krieges ist in Sicht.

EPISODE 6: „Are We to Be a Nation? 1783-1788
In den Vereinigten Staaten herrscht nun Frieden, aber die neu geschaffene Republik zu regieren stellt sich zunächst als schwierige Aufgabe heraus. Der Kongress ist ineffektiv und die einzelnen Staaten agieren wie souveräne Nationen. Als der verfassungsgebenden Konvent 1787 tagt , zweifeln viele ob die „Vereinigten Staaten“ überleben können. Der lange Ratifizierungsprozess der Verfassung hilft zu definieren, welche Art von Nation die Vereinigten Staaten werden sollen – ein Vorgang, der bis heute andauert.


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